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Vom Mut, das Glück zu finden: Werdauerin überzeugt beim Internationalen Speaker Slam

16. Juli
3 Min. Lesezeit


Die ehemalige Hebamme Ina Beyer-Graichen begeistert mit einem Vier-Minuten-Vortrag über Veränderung und Wertschätzung und erhält dafür den Excellence Award. Welche Tipps hat sie für eine gute Rede?


Vier Minuten – mehr Zeit blieb Ina Beyer-Graichen beim Internationalen Speaker Slam in Mastershausen nicht, um Jury und Publikum zu überzeugen. Als sie die Bühne verließ, war klar: Ihre Botschaft hatte Wirkung gezeigt.

Die Werdauerin erreichte das Finale des internationalen Rednerwettbewerbs und wurde in der Kategorie „Motivation & Menschenführung“ mit dem Excellence Award ausgezeichnet.

Dabei begann ihr beruflicher Weg weit entfernt von der Bühne. Mehr als 20 Jahre arbeitete Ina Beyer-Graichen als Hebamme, davon lange Zeit in der Klinik in Annaberg, bevor sie 2001 in Zwickau die erste Hebammenpraxis gründete. Schon damals gehörte es zu ihrem Beruf, Wissen zu vermitteln, Menschen Sicherheit zu geben. „Andere zu motivieren, war schon immer mein Ding“, sagt sie.


Glücklich nach ihrer Rede in Deutsch und Applaus vom Publikum. Die Teilnehmer konnten wählen, ob sie Englisch oder Deutsch sprechen möchten. Foto: Justin Bock


Jahre in den USA verändern alles


Heute arbeitet sie als interkulturelle Trainerin, Business-Etikette-Expertin und Rednerin. Den Anstoß für diesen beruflichen Wandel gab ein Umzug in die USA. 2013 zog sie mit ihrem Mann Jörg Graichen nach Detroit (Michigan), wo dieser für den Aufbau eines Automobilwerks verantwortlich war. Für Ina Beyer-Graichen begann ein neuer Lebensabschnitt: Sie brachte ihr Englisch auf College-Niveau, absolvierte in Washington eine Ausbildung zur interkulturellen Trainerin und arbeitete mehrere Jahre mit Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen.


Als sie 2016 nach Werdau zurückkehrte, erlebte sie einen Kulturschock. „Nach der Offenheit in den USA fiel mir die Reserviertheit vieler Menschen hier sofort auf“, erinnert sie sich. Dieser Kontrast habe ihr gezeigt, wie wichtig Wertschätzung, Kommunikation und gegenseitiger Respekt seien.


Heute begleitet sie Mitarbeiter internationaler Unternehmen dabei, kulturelle Unterschiede besser zu verstehen und erfolgreich zusammenzuarbeiten. Zusätzlich ließ sie sich bei der IHK zur Business-Etikette-Trainerin ausbilden und ist Mitglied der Deutschen Knigge-Gesellschaft. Bei Knigge-Dinnern – wie auf Schloss Schweinsburg – vermittelt sie zeitgemäße Umgangsformen. Auf die Rolle der „Knigge-Tante“ will sie sich nicht reduzieren lassen. „Ich möchte Menschen bewusst machen, dass Veränderungen Chancen sind.“


„Mut ist, was dem Glück vorausgeht“


Mit dieser Haltung trat sie auch beim Internationalen Speaker Slam an. 160 Teilnehmer aus 21 Nationen waren dabei. Vier Tage lang bereiteten Fernsehinterviews, Podcast-Aufzeichnungen und Rhetoriktraining die Teilnehmer auf ihren Auftritt vor.

Die Rede durfte exakt vier Minuten dauern. Die Werdauerin entschied sich für das Thema „Glück“. Ihre Botschaft: Mut ist das, was dem Glück vorausgeht. Authentisch schilderte sie Erfahrungen aus ihrer Kindheit und machte deutlich, dass Glück meist den Mut voraussetzt, bekannte Wege zu verlassen. Sie überzeugte die Jury. Hervorgehoben wurden bildhafte Sprache, klarer Aufbau und dramaturgische Gestaltung ihrer Rede. Der Excellence Award war die Anerkennung.


Mehr als ein schön gedeckter Tisch: Bei ihren Knigge-Dinnern geht es der Werdauerin auch um Wertschätzung. Foto: Beyer-Graichen


Auch in ihrer Heimat engagiert sich Ina Beyer-Graichen für ein respektvolles Miteinander. Mit ihrem Konzept „Höfliche Schule“ stärkt sie Wertschätzung und Kommunikation an Bildungseinrichtungen. Das Projekt wurde bereits am Gymnasium Meerane umgesetzt und startet demnächst an der IOS Reinsdorf. Darüber hinaus bereitet sie Jugendliche auf Bewerbungsgespräche vor und arbeitet an ihrem ersten Buch „Unverschämt höflich“, einem Ratgeber über gutes Benehmen und respektvolle Kommunikation.


Erfolg ist nicht am Applaus messbar


Was für sie eine gute Rede ausmacht? Vor allem Authentizität. „Nicht ablesen. Emotionen zulassen, aus eigenen Erfahrungen sprechen, Bühnenpräsenz zeigen und den Menschen etwas mitgeben“, sagt sie. Ob ihre Worte angekommen sind, misst die Werdauerin nicht am Applaus. „Für mich ist eine Rede gelungen, wenn die Zuhörer den Saal verlassen und Gedanken mit nach Hause nehmen, die sie noch eine Weile begleiten.“ (rdl)


 
 
 

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Ina Beyer-Graichen

Langenbernsdorfer Straße 11

08412 Werdau OT Leubnitz

Telefon: +49 (0) 162 7274374

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